Lied vergangener Tage
BRACER
Vergessener Eid vergangener Tage
Als die Wasser noch nicht zusammenflossen, war die Macht des Goldes wie ein tobendes Meer, und wo immer die stählerne Armee hinkam, wurden die Barbaren unterworfen. Die wie in Gold gegossene Blütezeit schien ewig zu währen, so wie die Harmosten davon überzeugt waren, dass sich die schwachen Menschen der Vergangenheit irgendwann den Noten der neuen Ordnung beugen würden ... So hätte es jedenfalls sein sollen, aber die große Melodie, Symbol von Zivilisiertheit und Ordnung, von Sterblichen unerreicht, wurde im barbarischen Norden nicht durchgesetzt. Die losen Stämme schlossen sich unter dem jungen Erben von Aremorica zusammen und ließen den Rauch der Rebellion an den zerbrechlichen Grenzen des Imperiums aufsteigen ... Dies war die Person, die später als „Okeanidenritter“ gefeiert wurde: Mit einem schwachen Körper aus Fleisch und Blut wollte sie sich der goldenen Macht, die den Himmel und die Sonne bedeckte, gegenüberstellen. Die Sängerin, die über viele Stämme herrschte, behauptete nie, eine Fürstin zu sein, sondern sah sich vielmehr als eine Dienerin, die die göttlichen Offenbarungen der Herrin allen Wassers hörte und ihren Willen ausführte. Im fernen Capitolium spotteten die Weisen über diese Absurditäten, als wären sie nur das sinnlose Geschwätz eines Kindes. Dennoch fegte ihre Armee wie ein Sturm durch die vielen Stämme, die sich gegenseitig bekämpften, und überzeugte ihre Landsleute mit dem Schwert, einen Bund mit der Herrin allen Wassers zu schließen. Es gibt zahlreiche Versionen des Gelübdes der Ritter in späteren Gedichten und Theaterstücken, aber in jeder Version gibt es zwei Sätze, die immer wieder vorkommen: Erstens: Ich darf mein Schwert nicht gegen die Anhänger von Egeria ziehen. Zweitens: Ich darf keinen Handel mit den Bösen eingehen (zuweilen auch: Ich darf keine Unreinheit zulassen). „Wir schwören bei der unvergänglichen silbernen Blume, diesen goldenen Usurpator von dem hohen Meer zu vertreiben, und wir schwören, die Ungerechten mit Blut und Tränen reinzuwaschen.“ „Wir schwören, die Okeaniden zu beschützen und die Gabe der Herrin allen Wassers zu bewahren, bis die Quelle wieder sprudelt wie zuvor.“ Und so breitete sich der endlose Krieg wie eine Seuche aus und verbrannte das stolze Gold und das makellose Silber. Der traurige Wunsch der Harmosten, die Auseinandersetzungen zu beenden, scheiterte und der Hass steuerte wie eine aufgewühlte Welle der Wut auf ein unumkehrbares Ende zu. So ging es zu, bis das schimmernde Licht der Erlösung schließlich am fernen Horizont erschien, sich aber nicht mehr in den Pupillen der Augen derer widerspiegeln konnte, die sich nach dieser Erlösung sehnten ...
