Durchnässte Untersuchungsnotizen
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Durchnässte Untersuchungsnotizen
... Opfer M. Z. Plekhanov, Wucherer, brutal ermordet, zahlreiche Stichwunden am ganzen Körper. V. T. Yakub, Steuermann der Handelsgesellschaft Schwarzfichte, starb bei einem mysteriösen Unfall, begraben unter einer Lawine. Verdächtige I. K. Dmitriy, ehemaliger Eisenbahnarbeiter, durch Plekhanovs Ausbeutung verarmt. O. V. Kozlov, zweiter Mann der Handelsgesellschaft, stand zuletzt in Konflikt mit Yakub. Ausgerechnet die beiden Verdächtigen mit den klarsten Motiven hatten lückenlose Alibis und so kamen die Ermittlungen ins Stocken. Doch gerade weil diese Alibis zu perfekt wirkten, wuchs der Verdacht, dass mehr dahinterstecken könnte. Zwei scheinbar unabhängige Fälle, deren Motive direkt miteinander verknüpft sind – das kann kein Zufall sein. Dmitriy und Kozlov entstammten gänzlich unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus. Ihre Lebenswege und sozialen Kreise schienen sich auch nie gekreuzt zu haben. Doch bei der Überprüfung von Dmitriys Umfeld stieß ich unerwartet auf eine Verbindung: Während Dmitriy als Lokomotivmechaniker tätig war, war Kozlov ein unauffälliger Zugbegleiter auf derselben Strecke. Offenbar war Kozlov nicht besonders stolz auf diese Zeit. Nachdem er zur Handelsgesellschaft Schwarzfichte gestoßen war, hatte er diesen Abschnitt seines Lebens unter Verschluss gehalten. Die beiden trafen sich bei einem Zugunglück zufällig wieder und verbündeten sich, weil sie beide Hass hegten und nach neuer Macht gierten. Dmitriy hat mithilfe von geheimen Informationen die vermeintliche Lawinenkatastrophe inszeniert und als Unglück getarnt, während Kozlov auf seine übliche Weise Plekhanov in ein verlassenes Lager lockte und dort beseitigte. Narrheit glaubt oft, das Schicksal überlisten zu können. Doch perfekte Verbrechen existieren nicht – nur Spuren, die bislang unentdeckt geblieben sind. ...
